Übersteuern

Mit dem Übersteuern wird eine Form des Lenkens bezeichnet, die sowohl im Motorsport als auch im alltäglichen Straßenverkehr unerwünscht ist. Auch wenn manche Fahrer sich das Übersteuern ihres Fahrzeuges im Rennsportbereich bewusst zu Nutze machen, ist dies in den meisten Rennsituationen ein eher unerwünschter Effekt. Grund hierfür ist, dass sich das Fahrzeug in der Phase des Übersteuerns nicht in gewohnter Weise steuern lässt und somit schlimmstenfalls von der Fahrbahn getragen werden. Dies kann meist nur durch eine extreme Drosselung des Tempos verhindert werden, was allerdings im professionellen Rennsport wertvolle Sekunden auf die Konkurrenz kostet.

Der Begriff Übersteuern bezieht sich konkret auf den Winkel der Räder beider Achsen im Bezug zur Fahrbahn. Zu einem Übersteuern kommt es dann, wenn die Hinterräder stärker angewinkelt sind als die Vorderräder, wodurch das Heck das Fahrzeugs auszubrechen droht. Bei einem Kart ist dieses Risiko größer als bei anderen Fahrzeugen, da zwar hier wie üblich die Lenkung des Fahrzeugs über die Vorderachse erfolgt, der Motor als Antrieb allerdings auf der Hinterachse lagert. Das Phänomen trifft besonders häufig in Kurven auf, in denen die Räder des Fahrzeugs automatisch in eine Winkelposition gebracht werden. Beim Übersteuern zeigen die Hinterräder das Verhalten, den Kurvenbogen stärker nehmen zu wollen als es eigentlich nötig wäre.

Das Risiko des Übersteuerns steigt mit wachsender Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Während bei der privaten Fahrzeugnutzung dieses Risiko durch ein passives Fahrverhalten in Kurven reduziert werden kann, wird im Rennsport bewusst das Risiko eines Übersteuerns in Kurven in Kauf genommen. Technisch wurde in den letzten Jahrzehnten erheblich gearbeitet, um das Risiko zu reduzieren, im Motorsport wie im Privatbereich sind seitdem Elektronische Stabilitäts-Programme, kurz ESP etabliert. Bei allen technischen Möglichkeiten lässt sich das Übersteuern jedoch niemals ganz verhindern, gerade bei der Fahrt mit sehr hohen Geschwindigkeiten und einem geringen Grip der Reifen auf der Fahrbahn.

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