Ventile

Vom Nocken der Nockenwelle übertragen Tassenstößel, Stößelstangen, Kipphebel oder Schwinghebel die Kraft auf das Ventil und öffnen es, bevor der Kolben den unteren (Auslaßventil) oder den oberen Totpunkt (Einlaßventil) erreicht. Dadurch werden die Gase so frühzeitig wie möglich zum Ein- oder Ausströmen angeregt. Eine oder zwei Ventilfedern schließen das Ventil nach dem Totpunkt. Die Gase können nachströmen.

Der Öffnungsquerschnitt der Einlassseite ist meist größer als der auf der Auslaßseite, weil Druck effektiver ist als Unterdruck. Ein Ventil besteht aus Schaft und Teller. Am Teller ist eine Fase von 45° eingefräst, in Sonderfällen auch mit kleinerem Winkel. In jedem Fall passt sie genau zum Gegenstück, dem Ventilsitz, der meist als Ring im Zylinderkopf eingeschrumpft ist. Ventile können nicht nur im Schaft, sondern auf im Teller hohl sein.

Bei Maximaldrehzahl werden Ventile über 50 Mal in der Sekunde geöffnet und wieder geschlossen. Beim Schließen wird das Ventil am oberen Ende des Schaftes gezogen und knallt mit seinem Teller auf den Ventilsitz. Dabei wirkt eine Kraft von etwa 200 N, bei sportlichen Motoren auch bedeutend mehr. Zu den mechanischen Problemen der Längung kommen noch chemische z.B durch Korrosion hinzu. Einlaßventile bestehen deshalb aus Chrom-Silizium-Stahl. Der Ventilschaft kann zusätzlich verchromt sein. Beim Auslaßventil sind der Teller aus Chrom-Mangan-Stahl und der Schaft aus Chrom-Nickel-Stahl. Verschleißbeanspruchte Stellen sind gehärtet. Z.T. ist der Schaft von Auslaßventilen hohl und mit Natrium gefüllt.

Der Ventilsitz und das Schaftende sind wegen der hohen Beanspruchung mit Hartmetall gepanzert. Spezielle Gummi-Kunststoffkappen an den Ventilschäften verhindern, dass Motoröl in die Gaskanäle eindringt.

Ventile ohne Ventilspielausgleich müssen in regelmäßigen Intervallen mit der Fühlerlehre nachgestellt werden. Dazu dürfen die Nocken das Ventil nicht betätigen. Ein bestimmtes Ventilspiel ist bei nachstellbaren Ventilen nötig, damit diese sicher schließen. Zu großes Spiel führt zu Leistungsverlust und Geräuschen im Ventiltrieb, zu geringes zum Verbrennen des Ventiltellers, weil das Ventil keinen Kontakt mehr zum kühlenden Zylinderkopf hat. Beim Benzinmotorkann sogar ein Motorbrand ausgelöst werden, wenn heißes, zündfähiges Gemisch in die Ansaugkanäle gelangt.

TwitterG+LinkedInDiggDigg

Erstellt am ventil, motor, steuern, zylinder, kolben,